Collection: Raster Family Letters
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Description: Letter from Anna Oppenheim and her brother-in-law Adolph Oppenheim to her daughter, Margarethe Oppenheim Raster, and son-in-law, Hermann Raster, February 15, 1884.
Original text
Hoffentlich, meine geliebten Kinder, habt Ihr Euch die gebackenen Cische und den Eierpunsch recht gut schmecken und recht wohl bekommen lassen. Es ist ja reizend von Dir, mein Waltherchen, daß Du Deiner Mutter so hübsch Gesellschaft leistest und sie so treulich unterstützt, namentlich bei ihren Mahlzeiten, was ihrem Magen nur sehr dienlich sein kann.
Du willst wissen, was für eine Torte Pohl ge= liefert hat, liebes Grethchen? es war "Weiße Dame " "Weiße Dame"; eine gefüllte Mandeltorte, dick in Marzipan eingewickelt, darauf lag ein Kranz von den prachtvollsten eingemachten Früchten, dann einer von Zuckerblumen und darin auf einer Zuckerplatte die Inschrift mit dem Glückwunsche und den Namen der Kinder
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Vorige Woche war ich einmal 10 Minuten auf dem Gartenbalkon und vorgestern bei herr= lichem Frühlingswetter, auf dem Straßenbalkon, von dem herab ich mit Glaserfeldt sprach, der mir erzählte, daß Ostermann, (Babetts Mann) sich nächstens wieder mit einer reichen Wittwe verheirathet Im Dezember ist auch Halberstadt gestorben + thut mir die arme Ida wirklich sehr leid.
Gestern habe ich erfahren, daß Emilie [?] Klarwitz [/?] vorigen Herbst gestorben ist und daß sie sich hat nach Gotha bringen und dort verbrennen lassen. Tante Auguste schreibt mir sehr oft, erkundigt sich stets nach Euch und trägt mir immer viele Grüße auf. Die Vollmacht, die Du auszustellen hast, wird hoffentlich doch bald kommen, ich finde es nun wirklich an der Zeit, daß die Ange=
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legenheit nun endlich in Gang kommt. Dein Brief hat mich sehr erfreut, mein Walther= chen, schreibe mir nur öfter einmal. Lebt nun Alle recht wohl, die herzlichsten Grüße für Dich, mein Herz, Raster + die Kinder von mir und Onkel Adolph!
Deine treue Mutter
Dessau 15/2. 84.
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Ich füge diesem Briefe noch einige Zeilen hinzu, um Dir, liebes Gretchen, mitzutheilen, daß wir nunmehr die Hoffnung haben, daß auch der linke bis jetzt vollständig gelähmt ge= bliebene Arm wieder seine alte Kraft und Bewegungsfähigkeit wieder erlangen werde, denn seit vorgestern ist die Mutter im Stand, den Arm zu heben und etwas zu bewegen.
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Bis zu Ostern wird unsere liebe Patientin doch jedenfalls so weit sein, um in den Garten und [insertion:] auf [/insertion] die Straße gehen zu können und im Sommer soll eine ernste Badekur vielleicht in Wiesbaden oder [insertion:] in [/insertion] Wildbad bei Stuttgart die vollständige Wiederherstellung herbei=führen.
Dir, lieber Raster, bemerke ich, daß ich die Briefe deshalb über Bremen habe gehen lassen, weil diese Linie eine Anzahl Schnelldampfer führt und ich auch in der Lage war, die Ankunft der betreffenden Dampfer in New York zu controlliren. Ich werde aber von nun an sämmtliche Briefe via England (Q.) senden. Von Herrn M. ist bis jetzt trotz ergangener Auf= forderung noch keine Mittheilung über erfolgte Inven= tarisirung ergangen. Fränkel meint wie Du, wir hätten ja Zeit und will erst dann weiter vorgehen, wenn Gretchen's Vollmacht ihm zugegangen sein wird. Ein Verfahren, welches auch mir angebracht erscheint, wenn es sich auch allerdings nicht mit Anna's Ungeduld und Drängen, die Sache zur Entscheidung zu bringen, verträgt.
Mit den herzlichsten Grüßen für Euch Euer Adolph
Dessau d. 16/2. 84.
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Letter metadata





