Author: Ludwig Hitschler
Recipient:
Description: Letter from Ludwig Hitschler to his brother-in-law and sister Johannes and Maria Dietz, November 7, 1858.
Original text
Schaafheim den 7ten Nov. 1858
Treue Liebe bis ans Grab auch meine Treue geschwisterliebe läßt nicht zu daß ich versäume Euch zu antworten.
Lieber Schwager und Schwester Euren Brief habe ich richtig erhalten von dem Pflaumheimer* Hoefling es wurde mir Sonntag den 24ten October gesagt daß ich einen Brief von Euch bekomm von de[m] Pflaumheimer Hoefling da habe ich es nicht mehr abwarten koennen bin ich Samstag den 30t October früh Morgens nach Pflaumheim gelaufen und habe ihn mir gehohlt der Hoefling hat gesagt er solle den Brief selbst in meine Hand geben sonst hätte er ihn mir geschickt morgen wolle er zu mir nach Schaafheim kommen wir sind beide zu deiner Mutter gegangen und ich habe ihr diesen Brief vorgelesen und der Hoefing hatte ihr dann alles gesagt wie es bey Euch aussieht sie hatte aber geweint aber nicht vor Leid sondern vor Freude. Die Familigen verhältniße will sie Euch in ihrem Briefchen Schreiben. Der Hoefling war aber sehr vergnügt gewesen und sagte hundertmahl wenn nur die Liebe Schwager und Schwester auch bey uns wären. Hoefling hatte [?] ihr [/?] gesagt ich solle Dir schreiben daß Deine Meinung gans richtig gewesen wäre mit der Frau die mit ihm nach Deutschland gereist ist in Broemen hätte er sie gar nicht mehr gesehen Du wirst es [illegible] schon wißen wie deine Meinung war So vergnügt wie Hoefling war habe ich noch keinen Mann von diesem da gesehen er hatte mit mir zu nacht gespeist
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Lieber Schwager und Schwester wir haben dieses Jahr eine große [?] Trucknung [/?] gehabt daß der Weitzen nur [illegible, 3 words] gewachsen ist und auf Truckner Wiese wenig Heu und Grummet aber doch alles ganz billig aber unsere Kartoffel sind ganz gut gerathen und jetzt haben wir Schon Schnee.
Nun will ich euch noch ein par worte von der Anna Schreiben Lieber Schwager und Schwester die Anna hat ja noch gar nichts geschrieben warum soll ich dann nicht glauben was ihr schreibt ich habe ihrer Mutter diesen Brif vorgelesen da hat sie aber ihre hände über dem Kopf zusammengeschlagen und nichts gesagt als wie Allmächtiger Gott Allmächtiger Gott. O hätte sie doch in Altheim das [?] Krüst [/?] gebrochen wie sie vom Wagen gestützt ist wäre sie doch Seelig gestorben, das erste Unglück habe ich ihr verzeiht weil sie sich von Jugend auf [?] fey [/?] alt aufgeführt hat aber an dem zweiten war sie selbst schuld. [?] O wen [/?] ich sie nur bey mir hätte ich würde sie von unten bis [illegible, 2 words] so ein Mensch gehoehrt gar nicht mehr geheilt ins Wasser geworfen wie es früher auch geschehen ist glaubt nur daß uns das nicht freut und [illegible] aus eine Mutter [illegible] man [illegible] nichts hast wie gutes ich habe schon manchmahl in der Stille bey meinem Gehalt und Lehrjung gearbeit daß wir die Augen voll Träne waren über Euch und sie fragen mich was fehlt Euch ich kann nichts sagen ich muß aus meiner Stube gehen.
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Lieber Gott meine Frau dürf das gar nicht wissen und kein mensch im Orte sie würde mir es immer vorwerfen den Brif haben wir ja kleich verbrand das dürf ja kein Mensch wissen O wehe Dier [?] Begeitha [/?] wehe die [?] Koragin [/?] es wäre besser daß ein Mühlstein an deinen hals gehänget und du Ersäuft wärst in mehr [footnote: Meer?] da [?] wos [/?] am Tiefsten ist. Lieber Schwager und Schwester laßt sie die Schlechte Anna meinen Brif lesen oder lest ihn vor vüh vüh Teufel ich koennte als fort machen aber ich will mein Schreiben Schließen. wir wollen uns alle [Illegible] Brif wechseln so lange wir leben noch will [?] ich [/?] Euch schreiben daß dem Bruder Georg sein zweiter Sohn gestorben ist
Ich verbleibe Euer Treuer Freund Ludwig Hiltscher
Vihle Grüße von uns alle und Gott sei Dank für unsere Gesundheit das ist der groeßte Reichthum Es ist uns nichts neues daß Leute aus Amerika kommen denn in uns Deutschland fast in jedem Orte ist einer gekommen
Letter metadata



